Prof. Dr. Heiko Schmaljohann
(Universität Oldenburg)
15.01.2025 / 19:00
Eintritt 4€ erm. 2€
im Saal des Niedersächischen Institutes für historische Küstenforschung (Viktoriastr. 26)
Der Vortrag untersucht die Frage, ob Elektrosmog – also künstlich erzeugte elektromagnetische Felder – das Zugverhalten von Singvögeln beeinflusst und damit möglicherweise zur dramatischen Abnahme von Langstreckenziehern beiträgt. Viele Langstreckenzieher, sogenannte „trans-Saharazieher“, wie verschiedene Singvogelarten (z. B. Nachtigall, Pirol oder Gartenrotschwanz), wandern allein und ohne Eltern oder Artgenossen in ihre afrikanischen Überwinterungsgebiete. Dieses Verhalten ist angeboren und in ihren Erbanlagen verankert. Zur Orientierung nutzen die Vögel unter anderem einen magnetischen Kompass, der auf den Erdmagnetfeldern basiert. Experimente im Labor zeigen jedoch, dass dieser Kompass gestört wird, wenn die Vögel elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt sind – der magnetische Kompass funktioniert nicht mehr und das Zugverhalten wird entsprechend beeinträchtigt. Die Frage, ob dieser Effekt auch in der freien Natur von Bedeutung ist und somit zum Teil die Abnahme der trans-Saharazieher erklären könnte, ist unklar.
Im Vortrag werden die Ergebnisse einer Feldstudie vorgestellt, die untersucht, wie Elektrosmog das Abzugsverhalten von Singvögeln in natürlicher Umgebung beeinflusst. Dabei wird die biologische Relevanz der Befunde diskutiert und bewertet, ob Elektrosmog tatsächlich ein bedeutender Faktor für den Rückgang von Langstreckenziehern ist.
Alle Vorträge finden im Saal des Niedersächsischen Institutes für historische Küstenforschung (Viktoriastr. 26/28, 26382 Wilhelmshaven) statt. Eine Onlineteilnahme ist möglich, bitte senden Sie eine Mail an info/at/nwdug.de