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Neubeginn im Westen

Die Unternehmer Kahanaus Baku und der Wilhelmshavener Ölhafen zwischen den Kriegen

 

 

Prof. Dr. Verena Dohrn (Hannover) / 24.10.2019  / 19Uhr / Alter Wasserturm (Gökerstr. 3)

 

Der Wilhelmshavener Ölhafen wurde Anfang der 1920er Jahre von der jüdischen Familie Kahan aus Baku gegründet, den Besitzern der Kaukasischen Handelsgesellschaft, später der NITAG. Dieser Aspekt der wechselvollen Geschichte Wilhelmshavens aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg ist nur wenigen Experten bekannt. Mit Beginn der NS-Herrschaft wurde es den jüdischen Unternehmern unmöglich, weiterhin in Deutschland tätig zu sein. Der Aufstieg der Familie Kahan ist eng mit dem Namen Chaim Kahan (1850-1916) verbunden, der sein Vermögen auf den Ölfeldern von Baku machte. Doch der Erste Weltkrieg hatte die Familie zerrissen, und die Herrschaft der Bolschewiki das Milieu, das den Kahans zu Wohlstand verholfen hatte, zerstört. In diesen unbeständigen Zeiten erbten die sieben Kinder die Unternehmen. Sie flohen nach Berlin, gründeten erneut Ölhandelsfirmen, u.a. auch die NITAG ….
Dass wir im Vortrag etwas über die Familie Kahan erfahren können, ist den langjährigen Studien der Vortragenden, Frau Prof. Dr. Verena Dohrn, zu verdanken. Als Historikerin mit dem Schwerpunkt Jüdische Geschichte und Kultur im östlichen Europa hat sie die Ergebnisse ihrer Recherchen in ihrem Buch „Die Kahans aus Baku“ vorgelegt.

 

Zur Vortragenden:
Prof. Dr. Verena Dohrn ist Historikerin und Autorin mit dem Schwerpunkt Jüdische Geschichte und Kultur im östlichen Europa. Veröffentlichungen u. a.: »Die Nacht hat uns verschluckt«. Poesie und Prosa jüdischer Migrant*innen im Berlin der 1920 /30er Jahre (Mithg., 2018); Jüdische Eliten im Russischen Reich (2008); Simon Dubnow »Buch des Lebens« (Hg., 2004/05); Baltische Reise (1994); Reise nach Galizien (1991).