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Die Ems zieht sich zurück - vom Ende der Eiszeit zurück in die Zukunft

Beispiel eines Gradmessers an Lebensraumverlust im Herzen Europas

 

Prof. Dr. Tobias Mörz (MARUM, Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Uni Bremen)

 

Do. 20.01.2021 / 19 Uhr / Online

Die Anmeldung zum Vortrag erfolgt via Mail an info@nwdug.de

 

 

Jene klimatischen Veränderungen, die das Ende der letzten Eiszeit eingeleitet haben, hatten gewaltige Folgen für die Landschaften Nordwesteuropas: Die Erwärmung führte zum Abtauen gewaltiger Eismassen und dem Freiwerden zuvor in Gletschern gebundenen Wassers. Zunächst wurden große Landareale im Herzen Europas eisfrei und zu reichem Lebensraum für Flora, Fauna und Mensch. Die Graslandschaften, Wälder und Sümpfe, Flüsse und Seen des Doggerlandes bildeten einen attraktiven und vielgenutzten Lebensraum für Mensch und Tier, wie vom Nordseegrund geborgene Tierknochen und vom Menschen hergestellte Gerätschaften bezeugen. Wenige tausend Jahre später ließ das Schmelzwasser den Meeresspiegel jedoch so stark steigen, dass große Teile des gerade gewonnenen Lebensraumes auf den Schelfen schrittweise überflutet wurde. Eine Geschichte und Tragödie des Verlustes. Die sich stabilisierende Küstenlinie, ab ca. 4000 Jahre vor Christus ähnlich Ihrer heutigen Ausprägung, wird aktiv seit ca. 1000 Jahren vom Menschen verteidigt. Dieses Ringen, Gewinnen und Verlieren steckt tief in den Bewohnern der Küsten am Rande des heutigen Doggerlandes. Kaum hatten wir uns an den Küsten mit der Gewissheit vertraut gemacht, dass die Technik letztendlich den Sieg über die anbrandenden Wassermassen davonträgt, weicht diese Gewissheit nun existentiellen Zweifeln, da die Geschichte der technischen und wissenschaftlichen Entwicklung bisher immer auch eine Geschichte der Freisetzung von Treibhausgasen war und ist. Klimaschutz und Küstenschutz stehen somit in direktem Zusammenhang.


Am MARUM, Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen, wurde 2008 zunächst anhand von Industriedaten das Tal der Ur-Ems entdeckt, die genauso wie Elbe, Weser und Eider in das Elbe-Urstromtal mündet. Die Geschichte der Ur-Ems bietet heute einen historischen Blick zurück und ein mahnendes Beispiel für die Zukunft des dicht besiedelten Restes von Doggerland im Norden Deutschlands und Herzen Europas


Zum Vortragenden:

Prof. Dr. Tobias Mörz leitet die Arbeitsgruppe für Marine Ingenieurgeologie am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen (MARUM), die vorgestellten Ergebnisse wurden im Team Nordseegeologie erbracht. Neben der Nordseegeologie bildet die Ingenieurgeologie mit der Erkundung mechanischer Eigenschaften des Untergrundes den Schwerpunkt der Arbeitsgruppe.

 

Aufgrund der gegenwärtigen raschen Ausbreitung der Omikron-Variante des Virus werden wir den Vortrag anders als geplant, nicht im Saal der VHS Wilhelmshaven, sondern nur als Videokonferenz durchführen. So können wir die Ansteckungsgefahr für Zuhörer, Organisatoren und den Vortragenden so gering wie möglich halte

Feldlerche von Daniel Pettersson - Picture taken by Daniel Pettersson. Uploaded to commons by oskila with his permission. File taken from http://www.fagelfoto.se, CC BY-SA 2.5 se, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1722926